Der fröhliche Weinberg
Termine:
Fr. 15.04.2011, 20:00
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Vorverkaufsstellen:
Bürgerbüro Offenburg
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Veranstaltungsort:
OberrheinhalleSchutterwälder Straße, Messegelände
77656 Offenburg
Tel.: 0781 9226-0
Messe Offenburg-Ortenau GmbH
Veranstalter:
Kulturbüro Offenburg
Theaterabo 2 - Lustspiel von Carl Zuckmayer
Volkstheater Frankfurt Liesel Christ
Seit den 1970er Jahren mögen ihn die deutschen Bühnen nicht mehr so recht, den Carl Zuckmayer. Vielleicht, weil er den menschlichen Sumpf lieber karikiert statt seziert, und weil seine Stücke, zumindest oberflächlich betrachtet, nicht „sozialkritisch“ sind? Die von Brecht mögen lehrhafter sein, aber letztlich wird Brecht nicht wegen der Moral gespielt, sondern weil er Menschen auf die Bühne stellt, in denen wir uns finden. Und das kann er vielleicht sogar noch ein bisschen besser als sein alter Spezl Bertold B., der Carl Zuckmayer. Man denke an den Schinderhannes, an des Teufels General, an den Hauptmann von Köpenick. Oder an Klärchen Gunderloch aus dem „Fröhlichen Weinberg“. Die soll möglichst rasch ein Kind kriegen, möglichst ehelich. Dann würde ihr der Papa das väterliche Weingut vererben und sich aufs Altenteil zurückziehen. Sowas macht anziehend für eine Reihe blasierter Burschen, die sich gerne ins gemachte Nest setzen möchten: Gefüllte Kasse, gefüllter Keller - was will man mehr? Und hier kommt Zuckmayers Kunst zum Tragen. Wie er die Burschen zeichnet, die sympathischen wie die unsympathischen, macht Laune. Da gibt es nationalstolze Phrasendrescher, die hinter hohlen Deutschtums-Sprüchen ihre Gier und Blasiertheit verstecken, schnarrende Corpsstudenten mit Schmiss auf der Wange und großem Kleinhirn sowie einem mit Eitelkeil gefüllten kleinen Großhirn unter der Korpsmütze. Das Paradebeispiel der Hohlen und Widerlichen ist die Rolle des Knuzius, unverkennbar ein Nazi – das Stück entstand 1925 -, der irgendwann im Suff seine Phrasen vom Misthaufen aus skandiert. Soviel Parodie trug dem Autor damals viel Ärger mit den „nationalen Kreisen“ ein, und als das 1000jährige Reich kam, war der nach wie vor beliebte und erfolgreiche „Fröhliche Weinberg“ verboten. Positive Figuren sind der Weinbergbesitzer Gunderloch, der beinahe zu blind ist für das Glück, und seine handfeste Tochter, die grundsätzlich das macht, was der Papa nicht will. Plus eine Reihe kerniger Figuren: Wirte, Weinhändler, Weintrinker. Beim Volkstheater Frankfurt ist dieser rheinhessische Stoff nicht zuletzt dank der zügigen Regie von Heinz Werner Kraehkamp – auch so ein kerniger Typ - bestens aufgehoben. Prost!






